Bewerbungsmappe „guerilla knitting“

Weiter geht es mit meiner Mappenvorstellung. 🙂 Um etwas Aktuelles auch hineinzubringen habe ich im Garten einen Baumstamm umstrickt. Mittlerweile glaub ich, dass mich genau dieses Bild – oder die damit zusammenhängende Frage – bei meiner Bewerbung schlussendlich hinausgeworfen hat.

Dieses Bild heißt Leben lassen. Einerseits bedeutet es, dass man am Ende seiner Selbstfindung einen Reifegrad erlangt hat, der es ermöglicht anderen gegenüber tolerant zu sein, sie ihr Leben leben zu lassen. Andererseits soll es auch den Tod darstellen, im Sinne von das Leben zu (ver)lassen. Die Wolle, die den Baumstamm umhüllt und ihm langsam die Luft zum Atmen nimmt. Aber dann wiederum das zarte Pflänzchen, das es doch schafft auch daraus hervorzugehen und am Leben gelassen wird.

Eine Professorin hat mich gefragt, ob mir „guerilla knitting“ was sagt. Zu erst hab ich sie nicht ganz verstanden. Wir haben unmittelbar davor über die OMV-Werbung gesprochen und ich dachte sie meint eine Firma und hab daher zuerst mit „nein“ geantwortet. Doch dann ist es mir plötzlich durch den Kopf geschossen! „Guerilla knitting! Natürlich, doch, da hab ich ja eh ein Bild!“ Wo ist es? Am Tisch herumgesucht, es war schließlich eh ganz in der Nähe, sie hat es bestimmt gesehen und deswegen gefragt… Naja oke: 2. Chance: „Warum denken Sie ist das momentan so aktuell? Warum macht man das?“ Oh nein, das war die Frage ins Verderben.

Nochmal zur Visualisierung: Ein riesen Tisch mit 15 fremden Personen rundherum, die die Mappe zerlegt und alle Bilder und Arbeiten quer auf dem Tisch verstreut haben. Du stehst vor dem Tisch, versuchst deinen Körper unter Kontrolle zu behalten (zitternde Knie, unsichere Stimme?, Körperhaltung!, Arme nicht verschränken,…) und dann kommt SO eine Frage.

Ich muss ehrlich sein: darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht, ich wär gerne einmal bei so einer Gruppe dabei und hab auch schon mal gegooglet etc. aber ich hatte einfach bis Anfang Juli nicht die Zeit mich intensiver damit zu befassen und mir eine Antwort aus den Fingern zu saugen, naja.. dazu war in dem Moment zu nervös und zu überfordert.

Tja, das wars, glaub ich. Pech gehabt. Ich denke, sie hätte sich für mich interessiert. Habe nachgelesen, dass oftmals auch feministische Aussagen in der Symbolik stecken, und ich hab mir doch ein Thema überlegt, das da ein bisschen anreibt (siehe den Zeitungspullover, der ja gegen die Darstellung der Frau wettert). Hätte ich da also das Richtige drauf zu sagen gewusst…. 😦

Fotokleid

So, die Mappenschau geht weiter!

Am Ende meiner Selbstfindung steht das Fotokleid. Sabine, mein Modell :), kann wahnsinnig gut tanzen und hatte auch schon viele Auftritte und Vorführungen. Daher hab ich die Fotos, die als Grundlage für das Fotokleid dienen. Ich finde es sieht ganz herzig aus. 🙂 Die Bilder sollten halt auch Freude usw. ausstrahlen. Eben das Glück, das man empfindet, wenn man erwacht und auf einmal feststellt wer man wirklich ist.

Zeitungspullover

So, noch einmal zur Kummerbewältigung und weil ihr vielleicht neugierig seid was ich in die Mappe getan hab, hier einmal meine Idee:

Mein Konzept lautete Leben und sollte eine Selbstfindung darstellen. Diese Bilder zeigen die Befreiung der medienbestimmten Ansichten von Schönheit und Lebensstil. Ich habe mir bereits bevor ich die Mappe abgegeben hab, eigentlich schon vor dem Druck, Gedanken darüber gemacht, ob die Fotos nicht „zu schön“ sind. Immerhin geht es ja nicht um die Fotografie, sondern um das was auf dem Bild dargestellt wird. Ich kann ziemlich schwer einen Rollkragenpulli aus Zeitungen transportieren gg noch dazu, wenn er zerstört ist. Konnte aber keine anderen Fotos machen, hab das nun doch 5 Jahre lang gelernt und mich eigentlich eh bemüht weniger kommerziell zu machen. Aber seht erst einmal selbst: